Bundesliga-Check: VfL Bochum

So wie hier Christian Fuchs sahen die VfL-Fans ihre Schützlinge des Öfteren
Pleiten, Pech und Pannen charakterisieren die Hinrunde des VfL Bochum. Aber es gab natürlich auch positive Momente. Was war gut, was schlecht? Wer spielte sich in den Vordergrund? Wer hätte seine Stiefel am besten lieber im Spind gelassen? sportal.de schaut zurück und wagt zugleich einen Ausblick.
Falschester Satz aus dem sportal.de-Check im Sommer
Ganz ehrlich, wir haben uns noch einmal lange mit unserer Analyse vor Saisonbeginn auseinandergesetzt und uns selbstkritisch hinterfragt, bei welchem Statement wir ganz besonders danebenlagen. Doch selbst nach intensivster "Fehlersuche" sind wir nicht fündig geworden. Aber keine Sorge, die nächste Fehleinschätzung unsererseits kommt bestimmt...
Bester Moment
Zugegeben, vieles sprach nicht mehr für den VfL, als die Spieler angesichts eines 0:2-Halbzeit-Rückstandes bei Hannover 96 mit gesenkten Häuptern in die Kabine schlichen. Doch dann stemmten sich die einst "Unabsteigbaren" vehement gegen die drohende Niederlage und siegten schließlich noch mit 3:2. Neben den drei gewonnenen Punkten im Abstiegskampf war der Dreier am 17. Spieltag auch für die Moral der Mannschaft enorm wichtig, um nicht mit einem Negativerlebnis in die Winterpause gehen zu müssen.
Schlechtester Moment
Es gab viele düstere Momente in der Hinserie. Einen ganz besonders bitteren dürften die VfL-Fans jedoch noch lange in böser Erinnerung behalten. Am 16. Spieltag gastierten die wiedererstarkten Bayern im Rewirpower-Stadion und nahmen den Underdog nach allen Regeln der Kunst gnadenlos auseinander. Nach 56 Minuten stand es bereits 0:5, ehe der deutsche Rekordmeister zwei Gänge zurückschaltete und noch den Anschlusstreffer zum 1:5-Endstand zuließ.
Tor der Hinrunde
Weil wir uns einfach nicht entscheiden konnten, haben wir gleich zwei Treffer ausgewählt. Beide erzielte Mimoun Azaouagh. Am ersten Spieltag hatte der VfL zur Pause bereits mit 0:3 gegen Borussia Mönchengladbach zurückgelegen, dann folgte der großartige Auftritt des kleinen Technikers. Erst schlenzte er den Ball aus 18 Metern wunderschön in den rechten oberen Winkel zum 1:3 (51.), nur 48 Sekunden später schlug Azaouagh erneut zu, diesmal nicht minder sehenswert aus 20 Metern ebenfalls in den rechten Torgiebel.
Gewinner
Eigentlich bietet sich für diese Kategorie aufgrund der verkorksten Hinrunde niemand so richtig an. Mit leichten Magenschmerzen haben wir uns letztlich aber für Christian Fuchs entschieden. Zwar wuchs auch der Österreicher nicht wirklich über sich hinaus, doch sorgte er an den letzten drei Spieltagen immerhin für Furore, als er gegen Stuttgart, Bayern und Hannover jeweils einen Freistoß direkt verwandelte. Dies weckte auch das Interesse des VfB Stuttgart, der den Linksverteidiger für drei Millionen Euro an den Neckar locken wollte, sich jedoch einen Korb einfing.
Verlierer
In den vergangenen Jahren war Marcel Maltritz eigentlich stets die personifizierte Konstanz, der Fels in der Brandung in der oftmals so löchrigen VfL-Defensive. Doch die Hinrunde, die der 31-Jährige nun ablieferte, dürfte man gewiss als seine bislang miserabelste im Bochumer Dress bewerten. In der sportal.de-Rangliste der schlechtesten Spieler schaffte er es sogar auf Platz fünf.
Buhmann
VfL-Trainer Heiko Herrlich und Sportchef Thomas Ernst sind zur Zeit mächtig sauer auf Anthar Yahia. Hintergrund: Anfang November meldete sich der Algerier mit einem Faserriss im Oberschenkel ab, durfte jedoch trotz der Verletzung zwecks genauerer Untersuchung zur Nationalmannschaft reisen. Dort aber kam er unverhofft zwei Mal gegen Ägypten zum Einsatz und trug mit seinem Tor maßgeblich dazu bei, dass sich sein Land für die WM 2010 qualifizierte. Konsequenz: Die Verletzung brach wieder auf und Yahia absolvierte in der Folge keine einzige Partie mehr für Bochum. Zum Afrika-Cup berief der algerische Verband seinen Schützling - obwohl noch immer nicht völlig fit - nun erneut. Der 27-Jährige leistete dem Folge und wird wohl auch im Januar kein Spiel mehr für Bochum bestreiten. Die VfL-Bosse toben vor Wut, man kann sie irgendwie verstehen...
Darum wird alles besser
Ja, was wird denn eigentlich besser? Nicht viel! Warum auch? Schließlich konnte der VfL bislang lediglich eine Neuverpflichtung präsentieren. Vom belgischen Erstligisten KAA Gent wechselt der serbische Mittelfeldspieler Milos Maric ins Ruhrgebiet. Dafür schlägt Shinji Ono seine Zelte künftig in seiner Heimat Japan bei Shimizu S-Pulse auf. Der dringend benötigte und gesuchte Keilstürmer, der die lahme Bochumer Offensive (nur 18 Treffer) beleben soll, fehlt jedoch noch immer.
Prognose
Vor der Saison haben wir gesagt, dass der VfL am Saisonende auf Platz 17 einlaufen wird und daran hält sportal.de auch weiterhin fest. Denn obwohl Bochum neue Wege in Sachen Vorbereitung ging - so setzte Heiko Herrlich im Winter-Trainingslager zwecks Stärkung des Teamgeistes einen zweitägigen Trip in eine verschneite Almhütte mit Selbstverpflegung an - glauben wir nicht daran, dass der Club seinen Kopf wie im Vorjahr erneut aus der Abstiegs-Schlinge ziehen kann.
Oliver Altgelt