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Bundesliga-Check: Hannover 96
Bundesliga-Check: Hannover 96
Da war die Hannoveraner Welt noch in Ordnung: Jan Schlaudraff bejubelt sein Doppelpack gegen den VfL Bochum

Seit nunmehr sechs Partien ist Hannover 96 in der Liga sieglos. Besonders desolat präsentierte sich das Team von Andreas Bergmann bei der 3:5-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach, als man gleich drei Eigentore fabrizierte. sportal.de blickt zurück und sagt, auf welchem Platz die Niedersachsen am Ende einlaufen werden.

Falschester Satz aus dem sportal.de-Check im Sommer
"Jacek Krzynowek soll die linke Seite beackern, das tut der Pole bekanntlich meist im Vorwärtsgang."

Bester Moment der Hinrunde
Die Halbzeitpause im Abstiegsgipfel gegen Bochum am letzten Hinrundenspieltag. Die Fans konnten aus der sibirischen Kälte zum Glühweinstand und freuten sich über Rückkehrer Jan Schlaudraff, der in seinem ersten Startelfeinsatz der Saison zwei Tore erzielt hatte. Das schien die langersehnte Wende zu sein. Passend zur Hinserie der Roten dauerte dieser Moment aber nicht lange, denn am Ende hatte 96 das Spiel tatsächlich noch verloren, und mehrere Balljungen mussten bei Temperaturen von minus 17 Grad wegen Unterkühlung behandelt werden.

Schlechtester Moment der Hinrunde
Der Moment, der alles andere in dieser Saison zur Nebensache machte: Robert Enkes Selbstmord.

Tor der Hinrunde
Vielleicht war es das Tor des Jahres, auf jeden Fall Hannovers schönster Treffer der Hinrunde: Constant Djakpa erzielte das Tor im Spiel gegen Mönchengladbach. Dabei gelang es ihm mit einem No-Look-Außenrist-Schlenzer aus 18 Metern Florian Fromlowitz zu überwinden. Einziger Schönheitsfehler: Fromlowitz stand nicht im Gladbacher Tor.

Gewinner
Es war einmal ein Ivorer, den es von Rosenborg Trondheim in die Bundesliga zog. Und was niemand - außer Jörg Schmadtke - erwartete, er hatte Erfolg. Didier Ya Konan brauchte keine Eingewöhnungszeit und wurde mittels seiner sechs Tore zu dem Gewinner der Vorrunde bei den Roten.

Verlierer
Mike Hanke. Der ehemalige Nationalspieler fiel lange Zeit verletzungsbedingt aus. Nach fünf Joker-Einsätzen mit zusammen gerade einmal 81 Minuten kam er schließlich zu einem Einsatz über 90 Minuten. Hanke scheint der Humor trotzdem nicht vergangen zu sein: Im kicker äußerte er das Ziel, nach starker Rückrunde noch auf den WM-Zug aufspringen zu wollen.

Buhmann
Die DFL - zumindest für Hannovers Präsidenten Martin Kind. Sein einsamer Kampf gegen die sogenannte 50+1-Regel wurde zuletzt im November vom Ligaverband abgeschmettert. Die öffentliche Meinung bei Fans und Medien ist zudem massiv gegen Kinds Liberalisierungsanliegen.

Darum wird alles besser
Manager Jörg Schmadtke setzte in der Winterpause zur Wutrede an und mit Uwe Gospodarek wurde ein erfahrener Ersatztorwart aus dem Vorruhestand geholt. Es besteht die Hoffnung, dass der Ex-Keeper Schmadtke oder der ehemalige Torwarttrainer von Burghausen, Gospodarek, den Kollegen Haggui, Djakpa und Co. von hinten die Richtung weisen kann und Hannover in der Rückrunde wieder ins richtige Tor trifft.

Weiterführende Links:

Prognose
Nach zwischenzeitlich ansehnlichen Leistungen stürzte Hannover zum Hinrundenende - menschlich sicher nachvollziehbar - ab und demonstrierte in den Spielen gegen Mönchengladbach (3 Eigentore) und Bochum (2:0 Halbzeitführung=0 Punkte) erschreckende Defizite. Angesichts der kaum erfolgten Verbesserungen trauen wir den Roten nicht mehr als den Relegationsplatz 16 zu.

Michel Massing und Daniel Raecke